Mitteilungsheft 23 - Kerncurriculum
Deutsche Gesellschaft für
Erziehungswissenschaft
Der Vorstand
im Juli 2001
Empfehlungen1 für ein Kerncurriculum Erziehungswissenschaft
1 Präambel
Die folgenden Empfehlungen verstehen sich als Leitfaden und Strukturierungshilfe für ein erziehungswissenschaftliches Kerncurriculum, und zwar als Bestandteil grundständiger erziehungswissenschaftlicher Hauptfachstudiengänge (Magister, Diplom, BA/MA, Pädagogik als Unterrichtsfach in der Sek II) ebenso wie von Lehramtsstudiengängen und eines konsekutiven MA-Studiengangs. Ausgangspunkt der Empfehlungen ist, dass zentrale Inhaltsbereiche der Erziehungswissenschaft als Fachdisziplin für die unterschiedlichen Studiengänge möglichst weitgehend gemeinsame Inhalte sein sollen. Zugleich wird versucht, das erziehungswissenschaftliche Kerncurriculum so anzulegen, dass es genügend Gestaltungsspielraum für die je spezifischen Profile der einzelnen Hochschulen ebenso wie für individuelle Schwerpunktbildung der Studierenden läßt.2
Angesichts beschleunigter Wissensentwicklung und vielfältiger Anwendungs- und Berufsbezüge wissenschaftlichen Wissens ist es für die weitere Entwicklung der erziehungswissenschaftlichen Studiengänge und Studienanteile heute unerlässlich, Kernbestände erziehungswissenschaftlichen Wissens zu umreißen, die von allen Ausgebildeten gewusst werden sollen. Dabei geht es zum einen darum, jene Dimensionen erziehungswissenschaftlicher Gegenstände festzuhalten, die der Erziehungswissenschaft Identität und Erkennbarkeit garantieren. Damit erziehungswissenschaftliche Theorie und Empirie sowie ihre Beziehungen zur Praxis sich weiterentwickeln können, geht es zum anderen darum, die Möglichkeit gemeinsamer Kommunikation über erziehungswissenschaftliche Fragen und pädagogisches Handeln aufrecht zu erhalten und zu verbessern.
Das Erfordernis der erziehungswissenschaftlichen Wissens wird durch Prozesse der europäischen Integration, der Internationalisierung und Globalisierung verstärkt. Diese Prozesse machen es notwendig und wünschenswert, Kenntnisse und Fertigkeiten wie auch Denkweisen und theoretische Reflexionen eines Faches grenzüberschreitend austauschen zu können, ohne dass sie anderenorts ihre Anwendbarkeit und Relevanz verlieren. Dies gilt sowohl für berufliche Tätigkeiten als auch für den wissenschaftlichen Austausch. In dieser Hinsicht besteht also eine gewisse Nähe zwischen den auf die Etablierung von Kerncurricula gerichteten Bemühungen, die in verschiedenen Disziplinen zu verzeichnen sind, und den Bestrebungen nach Modularisierung und Standardisierung zum Zwecke internationalen Vergleichs und Transfers.
Befürchtungen hinsichtlich einer möglichen Kanonisierung und Erstarrung anzueignender Wissensbestände bei gleichzeitigem Reflexionsverlust gelten auch dem Kerncurriculum Erziehungswissenschaft. Diese Besorgnisse sind dann berechtigt, wenn disziplinäre Problemsichten auf ungeprüfte Anwendungs- und Verwertungsbezüge verengt und um ihre persönlichkeitsbildenden, allgemeinen und theoretisch-reflexiven Momente verkürzt werden.
Angesichts der
heutigen Ausdifferenzierung und Vielfalt der erziehungswissenschaftlichen Teildisziplinen
sowie ihrer wachsenden Verflechtung mit anderen Fachgebieten, die mit der Diversifizierung
pädagogischer Berufe zusammenhängt, erwächst das größere
Gefährdungspotential heute jedoch daraus, die verbindliche Festlegung gemeinsamer
Inhalte zu unterlassen. Insofern ist das Kerncurriculum eine notwendige Voraussetzung
dafür, dass Erziehungswissenschaft als gemeinsames wissenschaftliches Bezugsfeld
der verschiedenen erziehungswissenschaftlichen Studiengänge und Begleitstudien
sowie pädagogischen Berufe dauerhaft reflektiert und weiterentwickelt werden
kann.
2 Leitende Gesichtspunkte
Leitende Gesichtspunkte dieser Empfehlungen sind:
- Das erziehungswissenschaftliche Kerncurriculum wird vom grundständigen erziehungswissenschaftlichen Hauptfachstudium her definiert (Magister, Diplom, BA/ MA, Lehramt Pädagogikunterricht in der Sekundarstufe II).
- Es gibt ein gemeinsames, disziplinorientiertes und verbindliches Kerncurriculum für alle erziehungswissenschaftlichen Studiengänge, wenn auch mit quantitativen Variationen für Hauptfach-, Nebenfach- und Begleitstudien.
- Die explizite Auseinandersetzung mit Inhalten, die als Kristallisationspunkte erziehungswissenschaftlicher Studien gelten, ist keine Fixierung von Lehrmeinungen. Es geht nicht um Konsens oder Dissens, sondern um die Ermöglichung von Rede und Gegenrede über erziehungswissenschaftliche Fragen.
- Das Kerncurriculum erstreckt sich, wenn auch in unterschiedlichem Umfang, über Grund- und Hauptstudium.
- Für alle Studierenden ist eine Einführung in erziehungs- und sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden vorzusehen. Sie wird für Hauptfachstudierende vertiefend weitergeführt.
- Im Mittelpunkt des Grundstudiums steht die theoriegeleitete Auseinandersetzung mit pädagogischen Sachfragen. Im Hauptstudium kommen verstärkt erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Reflexionen hinzu.
- Der Umfang der Pflichtstudien im Rahmen des jeweiligen Studiengangs geht über den Gesamtumfang des Kerncurriculums hinaus; nicht alle Pflichtstudien entfallen auf das Kerncurriculum. Damit wird zum einen für die Studierenden die Möglichkeit individueller Wahl und Schwerpunktsetzung auch innerhalb der Pflichtstudien eröffnet. Zum anderen wird ermöglicht, die Differenzierungen in der inhaltlichen Gestaltung erziehungswissenschaftlicher Studiengänge zu nutzen, die an den einzelnen Universitäten durch Profilbildung gegeben oder im Aufbau befindlich sind.
3 Module und Inhalte des
Kerncurriculums
Die im folgenden bezeichneten Module 1-3 mit einem Gesamtumfang von 26 SWS bilden das Kerncurriculum für die ersten sechs Semester der Studiengänge mit Erziehungswissenschaft als Hauptfach (Magister, Diplom, Pädagogik als Unterrichtsfach in der Sek II) sowie für einen sechssemestrigen erziehungswissenschaftlichen BA-Studiengang.
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SWS |
Modul 1: Allgemeine Erziehungswissenschaft |
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4 |
Erziehungswissenschaftliche Grundbegriffe (insbesondere Erziehung, Bildung, Sozialisation, Lehren, Lernen, Unterricht/Didaktik) |
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2 |
Geschichte der Erziehung und Bildung |
|
2 |
Grundformen pädagogischen Handelns (insbesondere Erziehen, Unterrichten, Beraten, Planen, Organisieren) |
|
2 |
Einführung in die pädagogischen Handlungs- und Berufsfelder |
|
10 |
|
SWS |
Modul 2: Gesellschaftliche, politische und rechtliche Bedingungen von Bildung, Ausbildung und Erziehung unter Einschluss internationaler Aspekte |
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2 |
Geschichte institutionalisierter Bildung und Erziehung |
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2 |
Theorien und Funktionen der Bildungs- und Erziehungseinrichtungen |
|
2 |
Bildungspolitik, Bildungsrecht und Bildungsorganisation |
|
2 |
Bildungssysteme im internationalen Vergleich |
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2 |
Interkulturelle Erziehung und Bildung |
|
10 |
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SWS |
Modul 3: Forschungsmethoden |
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2-4 |
Qualitative und quantitative sozialwissenschaftliche Methoden |
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2-4 |
Erziehungswissenschaftlich besonders relevante Ansätze (z.B. pädagogisches Fallverstehen, Hermeneutik, Phänomenologie, Diagnostik, Evaluation) |
|
6 |
Modul 4 bezeichnet die zusätzlichen Inhalte des Kerncurriculums für den erziehungswissenschaftlichen (auf dem BA-Abschluss aufbauenden) MA-Studiengang sowie für die höheren Semester der übrigen erziehungswissenschaftlichen Hauptfachstudiengänge (Magister, Diplom, Pädagogik als Unterrichtsfach in der Sekundarstufe II). Unter Beachtung der u.g. Inhalte gilt für dieses Modul in besonderer Weise, dass es nach Maßgabe der je universitätsspezifischen Profilbildung auszugestalten ist.
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SWS |
Modul 4: Vertiefende erziehungswissenschaftliche Studien |
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2 |
Erkenntnis- und Wissenschaftstheorien, Methodologie |
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2 |
Ideen- und Sozialgeschichte der Erziehung und Bildung, Geschichte der Pädagogik und Erziehungswissenschaft |
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2 |
Politische und ökonomische Aspekte der Erziehung und Bildung (einschließlich internationaler Perspektiven) |
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2 |
Bildungsprozesse über die Lebensspanne |
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8 |
In der Regel machen
die Module 1-3 (26 SWS) das Kerncurriculum für den erziehungswissenschaftlichen
BA-Studiengang aus; Modul 4 (8 SWS) kommt für den konsekutiven erziehungswissenschaftlichen
MA-Studiengang hinzu.
4 Gestufte Studiengänge und Punktsystem
Der Vorstand der
Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft empfiehlt, die bestehende
Lehrerbildung gemäß dem nachfolgend zuerst vorgestellten Vorschlag
weiterzuentwickeln (vgl. hierzu auch: Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft
für Erziehungswissenschaft zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung, August
2001: www.DGfE.de > DGfE-Aktuell). Darüber
hinaus empfiehlt er, Formen der Lehrerbildung nach dem konsekutiven Bachelor/Master-Modell
zu erproben und nach angemessener Zeit zu evaluieren. Dabei befürwortet
der DGfE-Vorstand nachdrücklich solche Modelle, die eine grundständige
erziehungswissenschaftliche Qualifizierung bereits im Bachelor-Studium vorsehen.
4.1 Erläuterung zum Punktsystem (Vorgaben von KMK und HRK)
Punkte (credit points) sind Angaben über die tatsächliche Zeitbelastung in Stunden, keine Leistungsbewertungen. Leistungsdifferenzen werden unabhängig von der Punktzahl in Noten ausgewiesen. Ein Punkt bedeutet einen Arbeitszeitaufwand von 30 Stunden (Präsenzzeit und/ oder Vor-/ Nachbereitungszeit). Ein Semester ist mit 14 Wochen angesetzt. Eine Semesterwochenstunde entspricht also 14 Stunden.
Das maximale Volumen beträgt laut KMK-Beschluss (15.09.2000) 900 Stunden pro Semester, einschließlich der vorlesungsfreien Zeit. Es ergeben sich also pro Semester 30 Punkte (pro Studienjahr 60 Punkte entsprechend 1800 Stunden). Werden z.B. einer zweistündigen Vorlesung zwei Punkte zugewiesen, so heißt das, dass sie für die Studierenden mit einer Gesamtzeitbelastung von 60 Stunden angesetzt ist. Bei 28 Stunden Präsenzzeit (2 x 14) besagt das, dass 32 Zeitstunden für das mit der Vorlesung in Zusammenhang stehende Selbststudium veranschlagt werden.
4.2 Erziehungswissenschaftliches
Kerncurriculum für die bestehende Lehrerbildung und ihre Weiterentwicklung
Das erziehungswissenschaftliche Kerncurriculum dient auch der qualitativen Weiterentwicklung der bestehenden Lehrerbildung. Es hat einen Umfang von 18 SWS und umfaßt drei Module3:
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SWS |
Modul 1: Erziehungswissenschaftliche Grundbegriffe und Forschungsmethoden |
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4 |
Erziehungswissenschaftliche Grundbegriffe (insbesondere Erziehung, Bildung, Sozialisation, Lehren, Lernen, Unterricht/ Didaktik) |
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2 |
Einführung in Forschungsmethoden (insbesondere erziehungswissenschaftlich relevante Ansätze) |
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6 |
|
SWS |
Modul 2: Pädagogisches Denken und Handeln |
|
2 |
Geschichte der Erziehung und Bildung |
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2 |
Grundformen pädagogischen Handelns (insbesondere Erziehen, Unterrichten, Beraten, Planen, Organisieren) |
|
2 |
Einführung in die pädagogischen Handlungs- und Berufsfelder |
|
6 |
Für die Entwicklung gestufter Studiengänge der Erziehungswissenschaft schlägt die DGfE folgende Modelle vor:
4.3 Grundständiges
sechssemestriges Studium der Erziehungswissenschaft (als Hauptfach) mit dem
Abschluss BA
Die Studiendauer beträgt sechs Semester mit insgesamt 120 SWS; dazu kommen acht Wochen Praktikumszeit (einschließlich Praktikumsbericht) und sieben bis acht Wochen für die Abschlussarbeit.
BA in Erziehungswissenschaft (6 Semester)
|
Pflicht |
34 SWS |
Grundlagen |
50 Punkte |
Bemerkung |
|
34 |
Schwerpunkte |
50 |
||
|
Wahlpflicht |
12 |
Grundlagen |
15 |
|
|
12 |
Schwerpunkte |
15 |
||
|
Wahl |
14 |
Grundlagen |
14 |
|
|
14 |
Schwerpunkte |
14 |
||
|
Praktikum |
12 |
8 Wochen |
||
|
Abschlussarbeit |
10 |
7-8 Wochen |
||
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=120 SWS |
=180 Punkte |
Es erscheint sinnvoll, die achtwöchige Praktikumszeit auf verschiedene Handlungsfelder zu verteilen. (Zur Berechnung der Punktzahl: 8 Wochen = 320 Stunden + 40 Stunden Vor- und Nachbereitung = 360 dividiert durch 30 = 12 Punkte.)
4.4 Konsekutives viersemestriges
Studium der Erziehungswissenschaft (als Hauptfach) mit dem Abschluss MA
Die Studiendauer beträgt vier Semester mit insgesamt 60 SWS; dazu kommen acht Wochen Praktikumszeit (einschließlich Praktikumsbericht) und sieben bis acht Wochen für die Abschlussarbeit.
MA in Erziehungswissenschaft (4 Semester)
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Pflicht |
14 SWS |
22 Punkte |
Bemerkung |
|
|
Wahlpflicht |
24 |
38 |
||
|
Wahl |
22 |
28 |
||
|
Praktikum |
12 |
6-8 Wochen |
||
|
Abschlussarbeit |
20 |
15 Wochen |
||
|
= 60 SWS |
= 120 Punkte |
Die 34 SWS Pflichtstudium im BA und die 14 SWS Pflichtstudium im MA sollen nur bis zu einem Umfang von maximal 26 SWS im BA bzw. 8-10 SWS im MA mit den Veranstaltungen des Kerncurriculums gefüllt werden.
4.5 Konsekutiver MA-Studiengang
für künftige Lehrerinnen und Lehrer mit erziehungswissenschaftlichen
Anteilen im Bachelor-Studium4
Im Folgenden wird der konsekutive MA-Studiengang für künftige Lehrerinnen und Lehrer modellhaft skizziert, hier zunächst für jene Studierenden, die während ihres Bachelor-Studiums bereits erziehungswissenschaftliche Studien (im Umfang von 20 SWS) absolviert haben. Zu dem hier vorgesehenen Studienumfang von 60 SWS sind Studienanteile zu ergänzen, die mit Lehrveranstaltungen nach freier Wahl, insbesondere aus dem je universitätsspezifischen Profil gefüllt werden. Dazu kommen Praktikum (einschließlich Praktikumsbericht) vorgesehen sind zwei je vierwöchige Praktika als Praxisanteile in den schulpädagogisch-allgemeindidaktischen sowie fachdidaktischen Studienteilen und die Abschlussarbeit.
MA, aufbauend auf Bachelor-Studium mit Erziehungswissenschaft
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Bachelor
50 SWS erstes Fach
50 SWS zweites Fach
120 SWS20 SWS
EW
4.6 Konsekutiver MA-Studiengang für künftige Lehrerinnen und Lehrer
ohne erziehungswissenschaftliche Anteile im Bachelor-Studium
Der im Folgenden skizzierte konsekutive MA-Studiengang für künftige Lehrerinnen und Lehrer gilt nur für solche Studierenden, die mit ihrem Bachelor-Studium zunächst eine andere Berufsperspektive verfolgt und sich erst später für den Lehrberuf entschieden haben. Das folgende erziehungswissenschaftliche MA-Studienmodell soll diesem Personenkreis den Zugang hierzu eröffnen. Die DGfE ist der Auffassung, dass dieses Modell nicht zum Regelfall für die Lehrerausbildung werden soll.
Zu dem hier vorgesehenen Studienumfang von 60 SWS sind wiederum Studienanteile zu ergänzen, die mit Lehrveranstaltungen nach freier Wahl, insbesondere aus dem je universitätsspezifischen Profil gefüllt werden. Dazu kommen Praktikum (einschließlich Praktikumsbericht) und Abschlussarbeit.
MA, aufbauend auf Bachelor-Studien
ohne Erziehungswissenschaft
|
5 Abschließende Bemerkung
Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft empfiehlt eine Weiterentwicklung der bestehenden Formen der Lehrerbildung unter Berücksichtigung der hier vorgelegten Vorstellungen von einem erziehungswissenschaftlichen Kernstudium. Formen der Lehrerbildung nach dem konsekutiven Bachelor/Master-Modell sollten erprobt und nach angemessener Zeit evaluiert werden, wobei solche Modelle unbedingt zu bevorzugen sind, die eine grundständige erziehungswissenschaftliche Qualifizierung bereits im Bachelor-Studium vorsehen.
Die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft lädt alle Interessierten zur Diskussion über die hiermit vorgelegten Empfehlungen für ein Kerncurriculum Erziehungswissenschaft ein. Stellungnahmen werden erbeten an Vorsitzende@DGfE.de.
Hamburg, im Juli 2001
Prof. Dr. Ingrid Gogolin
Vorsitzende der DGfE
gemeinsam mit Prof. Dr. Elisabeth
Fuhrmann, Prof. Dr. Winfried Marotzki, Prof. Dr. Hans Merkens, Prof.
Dr. Margret Kraul, Prof. Dr. Jan Olbertz, Prof. Dr. Rudolf Tippelt, Vorstand
der DGfE
Korrespondenzanschrift: Prof. Dr. Ingrid Gogolin, Universität Hamburg, Fachbereich Erziehungswissenschaft, Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg